Livestreams für Hubs
6. Nov 19.30
13. Nov 19.30
20. Nov 19.30
27. Nov 19.30
Kapitelvideos
Wichtige Facts und Q & A
Was sind die Dynamiken beim Bibellesen mit einem Partner bei Yeshiva
1. Hören und Artikulieren.
Das Hören umfasst den Text lesen, zuhören. Beim Artikulieren erkläre, was ich sehe oder verstehe. Beim Zuhören drücke ich aus, was ich höre und verstehe. Das muss gegenseitig passieren.
2. Wundern / Staunen und Fokussieren.
Beim „Wundern“ geht es um die warum Frage. Was erstaunt mich, welche grossen Fragen sehe ich. Beim Fokussieren darum, „das Wundern“ in den Fokus zu nehmen. Was sagt der Text wirklich.
3. Supporting (Unterstützen) und Challenging (Herausfordern)
Hier geht es darum, mehr zu erfahren. Sätze wie „sag mir mehr“ sind wichtig. Bei der Herausforderung geht es darum zu sagen, was ich nicht sehe. Wir fordern einander heraus, mit dem Text. Decken „Denklücken“ auf, regen das Denken an.
Einige Grundaussagen zum Bibellesen mit einem Partner
- Tellerrand-Theologie ist verboten.
- Sätze wie: „ich denke“ – das ist verboten!
- Wir stellen nicht die Bibel in Frage – sondern wir fragen die Bibel!
- Recht haben tut allein Gott! Wir sind Lernende.
- Das Wort muss Gefühle, Gedanken und Ideen begründen. Die Bibel beweist unsereAussagen!
- Wir legen die Bibel einfach und tief aus! Wir berücksichtigen sowohl wörtliche als auch tiefergehende Bedeutungen, da Texte sowohl auf einfacher als auch auf metaphorischer Ebene interpretiert werden können.
- Die Überlieferung ist ein wichtiger Bestandteil der Auslegungsarbeit.
- Jedes Wort kann eine Bedeutung haben, sogar jeder Buchstabe.
- Wir suchen prinzipienmäßige Wahrheiten aus jedem Text für den Alltag.
- Wir legen den Text immer vom Ende her aus (Jesaja 46,10). Theologie muss vom Ende
- her erarbeitet werden!
- Wir stellen immer neutestamentliche Bezüge her.
- Christus ist die Mitte jeder Schrift!
- Wir sehen das AT immer doppelt: mit dem NT-Auge und mit dem AT-Auge. Sonst legen wir einseitig aus.
- Wir studieren konsequent nach der „ich bin“ Methode.
- Wir sehen in der Schrift hinter jedem Wort / Satz / Kapitel eine tiefe Botschaft.
Hermeneutik
1. Wörtliche Auslegung.
Ziel: den ursprünglichen Sinn erfassen und die wörtliche Bedeutung verstehen.
a) Analyse der Wortformen, Satzkonstruktionen und Satzzeichen als Hilfe, um die
Bedeutung der einzelnen Wörter und Sätze zu verstehen.
b) Betrachtung der umgebenden Texte und des historischen, literarischen und kulturellen Kontextes.
c) Berücksichtigung der Bedeutung von Wörtern im jeweiligen Sprachgebrauch und inder spezifischen literarischen Tradition.
2. Jüdische Sicht des Textes verstehen.
Im Zweifelsfall wird der Text „von hinten her“ ausgelegt. Theologie aus Gottes Sicht wird vom Ende her bestimmt.
3. Die rationale Auslegung
Ziel: Innere Verbindungen in der Bibel herstellen.
a) Kontext im AT / NT suchen. Wo bestehen innere Verbindungen, speziell auf Anwendbarkeit in der heutigen Zeit.
b) Logik und Vernunft. Wir betten das Wort in einen rationalen Rahmen.
c) Harmonisierung. Wir bringen den Text in Einklang mit der ganzen Schrift.
d) Konsistenz klären und harmonisieren.
4. Christologie / Heiliger Geist.
Wir schaffen im Text einen Bezug zu Christus.
5. Tiefgründige / versteckte Botschaft finden
Wir suchen die innere Bedeutung des Textes. Daher hat jedes Zeichen / Wort eine Bedeutung.
6. Praktische Anwendung und Ableitung von Prinzipien.
Wie sollen die Jugendlichen beim Punkt "Fokusieren" dann studieren?
Wir werden ein Buch zur Hand haben, das wir extra dafür geschrieben haben. Es ist ein ausführlicher Kommentar.
Zum Buch Ruth gibt es leider nicht so viele Kommentare, einer davon ist „Fruchtbaum“.
Wir empfehlen auch das studieren mit Logos Biblesoftware.
Es gibt auch viele Onlinekommentare z.B.:
- bibelkommentare.de
- blueletterbible.com
Helft den Jugendlichen beim Studieren, auch mit ChatGPT. Es kommt dabei sehr auf die Prompts an.
Hier einige Ideen:
-
Was bedeutet der Name „Orpa“?
-
Was sagen die großen jüdischen Ausleger dazu?
-
Gibt es Bezüge zum Neuen Testament?
-
Bitte gib auch die Quellen an.
Wie umgehen wenn Diskussionen entstehen in den Teams?
Wir wollen keine Diskussionen führen. Es geht nicht darum zu sagen: „Ich habe das Gefühl, das könnte so sein.“ Wenn solche Diskussionen entstehen, müssen wir sie im Keim ersticken. Unser Ziel ist es, zu forschen – einzutauchen ins Wort Gottes und herauszufinden: Was sagt das Wort? Danach unterstützen und challengen wir einander mit dem, was wir entdeckt und erkannt haben. Das nächste Level wäre, auch Gegenpositionen aufzubauen.
Soll man immer in den gleichen Teams studieren?
Grundsätzlich ist es am besten, wenn die gleichen Teams bestehen bleiben – ausser ein Team funktioniert überhaupt nicht. Dann ist es unsere Verantwortung, etwas zu ändern. Ideal ist, wenn die Jugendlichen mit jemandem zusammenarbeiten, den sie mögen. Zudem ist es hilfreich, wenn jeweils zwei zusammenarbeiten, die auf einem ähnlichen intellektuellen Niveau sind – so können sie sich gegenseitig besser fördern. Natürlich gibt es Teams, die nicht so gut harmonieren – das ist normal. In solchen Fällen setzt man sich einfach einmal zu diesem Team, begleitet es enger und hilft mit, dass sie ins Thema hineinkommen.
Der Grundgedanke dahinter: In der jüdischen Tradition lernen Studierende die Bibel fast immer zu zweit – das nennt man „Chavruta“. Ihr werdet sehen, dass nicht wenige (30–40 %) auch nachher weitermachen, weil sie den Wert des gemeinsamen Studiums entdecken.
